Strukturpolitik, Strukturwandel im Außenbereich



Einer der Themenbereiche dreht sich um den Strukturwandel im Außenbereich und die dazugehörige Strukturpolitik. Der Ausstieg aus der Landwirtschaft und der Umstieg vom Haupt- in den Nebenerwerb ist in den letzten Jahrzehnten an der Tagesordnung. Dieser Strukturwandel wird sich eher noch beschleunigen, wenn man Fachleute und ihre Aussagen (z.B. das Gutachten der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe: Nachhaltige Sicherung des Veredlungsstandortes Westfalen-Lippe) ernst nimmt.
Leider beschäftigen sich die politischen Parteien nur unzulänglich mit diesem Thema. Das gilt auch für die Stadt Billerbeck. Man sorgt sich sicherlich zurecht um das Erscheinungsbild der Stadt, bspw. um den Bahnhof und sein Umfeld. Für den staatlich anerkannten Erholungsort ist jedoch auch ein intaktes Umland wichtig. Dazu gehört auch, daß die Menschen die hier leben sowohl in als auch außerhalb der Landwirtschaft vernünftige Einkommensmöglichkeiten haben, um ihren Gestaltungsbereich angemessen herrichten zu können.
Dies betrifft zunächst sicherlich die landwirtschaftlichen Betriebe, die im Vollerwerb oder Haupterwerb bleiben wollen und dies auch können. Auch bei einigen Verantwortlichen der Stadt Billerbeck gibt es Tendenzen, die Landwirtschaft weitgehend extensivieren zu wollen. Für die meisten Betriebe ist Extensivierung keine Lösung, sondern führt auf Dauer nur zum Abschied aus der Landwirtschaft. Notwendig wäre ein klares Bekenntnis zur Haupterwerbslandwirtschaft , die eben zwingend auch mit Wachstum verbunden ist.
Für die Nebenerwerbsbetriebe und die Betriebe, die die Landwirtschaft aufgeben wollen oder müssen, sind Alternativen zu entwickeln. Dies nicht nur, um den dort lebenden Menschen die Existenz zu sichern, sondern auch, um die freiwerdenden Gebäude, die teilweise die Landschaft mit prägen, zu erhalten.
Dies setzt Toleranz auf vielen Ebenen voraus: Die im Außenbereich lebenden Menschen insbesondere sollten die mit der Landwirtschaft verbundenen Eigenheiten, z.B. die Gülleausbringung, akzeptieren. Umgekehrt müssen Landwirte annehmen, daß in vermehrtem Maße nichtlandwirtschaftliche Tätigkeiten im Außenbereich üblich werden. Es kann nicht sinnvoll sein, gewerbliche Betriebe , nur weil sie ein wenig wachsen wollen, sofort ins Gewerbegebiet zu verbannen .
Neben dem Erscheinungsbild des Außenbereichs sollte man auch jeden Arbeitsplatz im Auge haben, sowohl die, die es zu erhalten gilt, als auch neu zu schaffende.